Sulzberger Orgelherbst

Sulzberger Orgelherbst

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Königin der Instrumente - Instrumente der Könige

Unter diesem Titel veranstaltete die Pfarre Sulzberg und das Tourismusbüro der Gemeinde das alljährliche Herbstkonzert. Prof. Bruno Oberhammer an der Orgel (Königin der Instrumente) und die beiden Musiker Gabriel-Maria Morre und Thomas Vötterl mit ihren Trompeten (Instrumente der Könige) spielten Werke u.a. von Fantini, Viviani und Torelli, speziell geschrieben für Orgel und Trompeten. Als letztes Stück wurde das Werk „Z’dritt“ für zwei Trompeten und Orgel, eine Komposition von Gerda Poppa (*1963), Organistin der Basilika Rankweil, zum Besten gegeben. Die anwesende Komponistin erklärte den begeisterten Zuhörern das Werk mit drei Sätze nach biblischen Bildern: Der dreifache Segen – Das dreifach geknüpfte Seil – Die mitreißende Allmacht der Dreifaltigkeit.

Dieses Konzert wurde in gleicher Besetzung ein paar Tage früher in der Basilika Rankweil aufgeführt. Nachfolgend ein Kommentar von Fritz Jurmann in den VN zu diesem Konzert:

Zu dritt auf neuen musikalischen Wegen

Von Fritz Jurmann
Die Interpreten, Organist Bruno Oberhammer mit den Trompetern Thomas Vötterl (l.) und Gabriel Maria Morre, mit der Komponistin Gerda Poppa.  ju

Die Interpreten, Organist Bruno Oberhammer mit den Trompetern Thomas Vötterl (l.) und Gabriel Maria Morre, mit der Komponistin Gerda Poppa.  JU

Uraufführung eines Werks von Gerda Poppa beim Basilikakonzert. 

RANKWEIL Eigentlich würde Gerda Poppa ja an den Spieltisch der Pflüger-Orgel in der Basilika Rankweil gehören, wo sie als Hauptorganistin ihren Stammplatz hat. Da sitzt aber jemand anderer, mit dem Höchster Organisten Bruno Oberhammer ihr ehemaliger Lehrer im Orgelspiel. So hat sich Poppa mit ihrer zweiten künstlerischen Schiene am Programm dieses Basilikakonzertes beteiligt und eine auf die vorgegebene Besetzung maßgeschneiderte Komposition beigesteuert. „Z’dritt“ heißt der verblüffend einfache Titel des neuen Werkes, auf dessen Uraufführung sie genauso gespannt ist wie die zahlreichen Zuhörer in der Kirche.

Zur Verfügung stehen dafür neben der Orgel auch die beiden heimischen Trompeter Gabriel Maria Morre und Thomas Vötterl. Für Gerda Poppa war diese Triobesetzung Anlass, die Zahl 3 ins Zentrum ihres Werkes zu stellen. Es ist über biblische Bildvorlagen dreisätzig komponiert, mit aus dem Rhythmus fallenden Triolen angereichert, der Orgelpart ist bewusst nicht nur als Begleitung, sondern in echter Dreistimmigkeit mit den beiden Trompeten angelegt. Über diese musiktheoretisch spannenden Vorgaben hinaus ist da ein sehr ansprechendes, mit fünf Minuten Spieldauer kompakt gearbeitetes Werk neuer Sakralmusik entstanden, in dem vor allem der wunderbar lyrische Ausdruck des zweiten Satzes und das kraftvoll aufrauschende, strahlende Finale von der „Allmacht der Dreifaltigkeit“ die Anwesenden begeistern.

Raffinierte Klangmischungen

Der Bogen des Musikprogramms durch die Jahrhunderte mit der Orgel als Königin der Instrumente und den Trompeten als Instrumente der Könige als Motto reicht zurück bis ins Frühbarock. Die damals entstandenen Sonaten der Italiener Fantini, Viviani und Torelli stellen höchste technische Ansprüche an die schwer zu handhabenden klappenlosen Naturtrompeten jener Zeit. Da kommt die bemühte Wiedergabe der jungen Musiker nicht ohne kleine Unsauberkeiten aus, raue Stellen, Unebenheiten in Rhythmus und Intonation, die den Gesamteindruck doch etwas trüben. Ganz anders dann, locker und leicht, der aktuelle Teil auf modernen Trompeten, mit den „Three Postcards“ von Anthony Plog, wo sich die beiden Instrumente in leicht jazzigem Klang umspielen, oder die begeistert mitgestaltete Uraufführung. Bruno Oberhammer fühlt sich als versierter Musiker auch an dieser Orgel wohl, greift in kunstvoll verspielten Sätzen des alten Couperin und des aktuellen Petr Eben bei der Registervielfalt zu raffinierten Klangmischungen. Zwischen beide Teile stellt er meisterlich Bachs großartige 15-minütige „Dorische“ Toccata und Fuge d-Moll in den Raum. Sie wird als Klang-Monolith zum weiteren Glanzpunkt des Konzertes, eisern im klar durchgehaltenen Tempo, großartig in der Architektur der Anlage und überlegen in der Virtuosität auf Manualen und dem mächtigen Pedal.

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