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Adventgeschichte 2016 - Schuster Martin

1 - Adventsonntag
Erzähler:
  Es war einmal ein armer Schuster, der hieß Martin und lebte in einem Keller. Durch das kleine Kellerfenster konnte er die Menschen sehen, die draußen auf der Straße vorübergingen. Zwar sah er nur ihre Füße, doch er erkannte jeden an seinen Schuhen. Fast alle dieser Schuhe hatte er schon ein- oder zweimal in seinen Händen gehabt. 

Martin arbeitet und schaut aus dem Fenster.Menschen gehen vorbei.
Martin: Ach, das ist Frau Müller und die kleine Elisabeth, die beiden haben es nicht einfach …… und da, das sind die Schuhe vom kleinen Hannes, die müsste ich auch wieder einmal reparieren.

Erzähler: Schon seit vielen Jahren arbeitete Martin in dem Keller, der ihm zugleich Werkstatt und Wohnung war. Von morgens bis abends schnitt er Leder zurecht, nagelte neue Sohlen auf die Schuhe oder nähte einen Flicken auf eine geplatzte Naht. Die Leute kamen gern zu Martin, denn er machte seine Arbeit gut und verlangte nicht viel Geld dafür. Wenn der Abend kam und es draußen dunkel wurde, zündete Martin die Lampe an und las in seinem Lieblingsbuch.
Martin zündet eine Laterne an und beginnt in der Bibel zu lesen. 
Erzähler: Es war die Bibel mit den vielen Geschichten von Jesus. Den ganzen Tag freute er sich auf dieses Buch. Er konnte den Abend kaum erwarten. Eines Tages hörte Martin, wie jemand seinen Namen rief.

Stimme: „Martin“
Erzähler: Ganz leise hörte Martin seinen Namen. Er blickte sich um, aber niemand war in seiner Werkstatt. Doch gleich hörte er die Stimme wieder:
Stimme: „Martin! Schau morgen hinaus auf die Straße. Ich will zu dir kommen.“
Erzähler: Martin dachte, er habe geträumt. War es Jesus, der aus der Stille zu ihm sprach? Mit einem Lächeln im Gesicht legte sich Martin schlafen.

Schuster Martin

2 - Adventsonntag

Erzähler: Der Schuster Martin saß in seiner Werkstatt und arbeitete an einem Schuh. Er dachte an die Stimme die er gehört hatte. Heute würde er Jesus auf der Straße sehen. Kam er wirklich zu ihm, dem armen Schuster?
Ein Mann geht vorbei – der Stephan.
Erzähler: Martin sah vor seinem Fenster ein Paar alte, geflickte Soldatenstiefel und bald erkannte er auch den Mann, der sie anhatte. Es war der alte Stephan. Er schaufelte gerade den Schnee von der Straße. Die Arbeit strengte ihn sehr an. Er musste immer wieder stehenbleiben, um sich auszuruhen. Martin hatte Mitleid mit dem alten Mann und rief ihn in seine Stube um sich zu wärmen. Dankbar nahm Stephan die Einladung an. Er getraute sich kaum, mit dem Schnee an den Stiefeln die Stube zu betreten. Doch Martin redete ihm freundlich zu:

Martin: „Setz dich zu mir an den Tisch, Stephan! Ich will dir ein Glas Tee einschenken. Der warme Tee wird dir guttun!“
Erzähler: Martin und Stephan tranken ihre Tasse Tee.
Stephan steht auf
Stephan: „Martin, danke für deine warme Werkstatt und den Tee. Das hat gut getan.“

Erzähler: Martin schaute Stephan nach als er wieder in den Schnee hinausstapfte und machte sich an seine Arbeit.
Martin zündet eine Laterne an und beginnt in der Bibel zu lesen.
Am Abend als er im Laternenlicht seine Bibel aufschlägt fällt ihm wieder die Stimme ein. Martin war ein bisschen enttäuscht. Jesus war heute nicht gekommen, aber vielleicht morgen. Er konnte warten.

3 - Adventsonntag

Erzähler: Der Schuster Martin saß wieder in seiner Werkstatt und bearbeitete Leder. Er dachte an die Stimme die er gehört hatte. Schon zwei Wochen wartete er auf Jesus. Kam Jesus vielleicht heute?
Martin sah aus dem Fenster hinaus auf die Straße. Da sah er eine junge Mutter mit einem kleinen Kind auf den Armen. Die Frau fror in ihrem dünnen Kleid. Sie versuchte, ihr Kind vor dem kalten Wind zu schützen. Martin hatte Mitleid.
Eine Frau mit einem Baby geht vorbei.
Martin: „Komm herein, Frau!“
Erzähler: Martin nahm die Suppe vom Herd, die er für sich selber gekocht hatte und gab sie der Frau. 
Martin: „Hier iss etwas“
Erzähler: Martin sah der Frau an, dass sie Hunger hatte. Während die Mutter aß, nahm Martin das Kind auf seinen Schoß und wiegte es vorsichtig. Dann gab er es der Mutter zurück
Martin: „Halt! Bevor ihr geht, will ich dir noch etwas mitgeben, worin du dein Kind einwickeln kannst.“
Erzähler: Martin holte seine alte Jacke und schenkte sie der Frau.
Martin zündet eine Laterne an und beginnt in der Bibel zu lesen.
Erzähler: Am Abend las Martin wieder in der Bibel und dachte an die Stimme, die er gehört hatte. Wann würde Jesus zu ihm kommen? Doch er konnte warten. Schuster Martin - Advent 2016

4 - Adventsonntag

Erzähler: Der Schuster Martin saß wie jeden Tag in seiner Werkstatt und flickte Schuhe, Taschen und so manches andere was ihm die Bewohner brachten. Immer wieder erinnerte er sich an die Stimme die er gehört hatte. Seit drei Wochen wartete er auf Jesus. Vielleicht kam er ja heute? Martin blickte, wie so oft, aus seinem Kellerfenster hinaus auf die Straße.
Hannes geht mit kaputten Schuhen vorbei.
Erzähler: Da sah er wieder einmal den kleinen Hannes mit seinen kaputten Schuhen. Martin wusste, dass die Familie sehr arm war und sich eine Reparatur der Schuhe nicht leisten konnte. Er stand auf und rief Hannes nach:
Martin: Hannes, Hannes, komm in die Werkstatt! Ich flick dir deine Schuhe! 
Erzähler: Hannes wusste nicht was er tun sollte. Er hatte doch kein Geld um die Schuhe flicken zu lassen, aber seine Füße waren kalt. Durch die Löcher bekam er jeden Tag nasse Füße. Hannes ging langsam in die Werkstatt und gab Martin seine Schuhe. 
Hannes: „Ich darf heuer beim Krippenspiel mitmachen!“
Erzähler: Erzählte Hannes voller Stolz dem Martin. Die beiden redeten über das Krippenspiel und über das Weihnachtsfest das sie in 6 Tagen feiern würden. Als die Schuhe fertig waren umarmte Hannes den alten Martin und rief:
Hannes: "Schuhe, in denen ich nicht mehr nass werde sind das beste Weihnachtsgeschenk – danke Martin!“
Erzähler:   Martin lachte zufrieden als Hannes glücklich davonhüpfte.
Martin zündet eine Laterne an und beginnt in der Bibel zu lesen. 
Erzähler: Als es Abend wurde nahm Martin die Bibel in die Hand und begann zu lesen. Maria und Josef begaben sich in die Stadt Betlehem. Er musste an den Hannes und das Krippenspiel denken und es wurde ihm ganz warm ums Herz.

Advent 2016 - Schuster Martin

Christtag

Erzähler: Wieder war ein Tag vergangen und Martin hatte den ganzen Tag in seiner Werkstatt gearbeitet und immer wieder auf die Straße geschaut. Er konnte die Stimme nicht vergessen. Seit vier Wochen wartete er jeden Tag auf Jesus, aber er würde noch länger warten. Martin zündet eine Laterne an und betrachtet seine Krippe. 
Es war Weihnachten. Das Fest der Liebe. Martin saß vor seiner Krippe und schaute auf das kleine Kind. 
Da hörte er die leise Stimme an seinem Ohr: 
Stimme: „Ich bin bei dir gewesen, Martin. Hast du mich erkannt?“
Martin: „Wann? Wo?“
Stimme: „Schau dich um!“
Erzähler: Da sah Martin plötzlich den alten Stephan im Licht der Lampe stehen, daneben die junge Mutter mit ihrem Kind und den kleinen Hannes.
Stimme: „Erkennst du mich jetzt?“
Erzähler: Dann waren alle auf einmal verschwunden und Martin blickte wieder auf das Kind in der Krippe. Er freute sich, schlug die Bibel auf und las, was Jesus gesagt hatte:
„Alles, was ihr den Armen getan habt, das habt ihr mir getan!“

 

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Weinberg

 Mein Freund,
dir geschieht kein Unrecht.
Hast du nicht einen Denar
mit mir vereinbart?
Nimm dein Geld und geh!
Ich will dem letzten
ebenso viel geben wie dir.
Darf ich mit dem,
was mir gehört, nicht tun,
was ich will?
Oder bist du neidisch,
weil ich zu anderen gütig bin?
So werden die Letzten die Ersten sein,
und die Ersten die Letzten.

Mt 20,13-16

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