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Das Innere der Kirche

Das Innere der Kirche

Der Chor

Der Chor war ursprünglich mit einem massiven Spitzbogengewölbe, das später dem jetzigen Tonnengewölbe weichen musste, eingedeckt. Die spitzbogigen gotischen Fenster wurden um 1875 mit Rundbogen versehen. Lediglich das erst bei der Renovierung freigelegte gotische Fenster im Ostabschluss des Chores hat seine alte Form bewahrt. Dort ist ein Meisterzeichen eines nicht namentlich bekannten Steinmetzes erhalten.

Wandtabernakel, David und AchimelecheBei der Kirchensanierung sind Wandmalereien aus der Zeit um 1500 freigelegt worden. In die Nordwand ist ein Tabernakel aus Sandstein und einer Eisentüre eingelassen. Die Jahreszahl 1518 zwischen den Namen David und Achimelech weist auf das Entstehungsjahr des Gemäldes hin, während das Montfort-Wappen die Zugehörigkeit Sulzbergs zur Herrschaft Montfort bezeugt, die 1523 an Österreich überging. Unter einem Baumornament bittet König David den Priester Achimelech um Brote. Dieser reicht ihm heilige Brote –Sinnbild der Eucharistie.




Die heilige Sippe und die Grablegung ChristiAn die Südwand hat ein Künstler den Apostel Andreas und den Evangelisten Johannes gemalt. Ein weiteres Fresko zeigt die heilige Sippe mit Anna Selbdritt, dem hl. Joachim und vermutlich Johannes dem Täufer. Leider sind die Gesichter ausgebleicht. Was wir heute an Malerei bewundern, ist vermutlich nur der Abglanz einer einst den ganzen Chor erfassenden Bemalung. Das gotische Presbyterium scheint ein sehr heimeliger Gottesdienstraum gewesen zu sein. Gotisch ist auch der Türrahmen der Turmkapelle. An der Südseite führt eine alte Eisentüre in die Sakristei. Der Altarbereich wurde bei der Kirchenrenovierung vom Chor in das Langhaus vorgezogen.

Von den Gemälden im Presbyterium aus dem Jahre 1882 sind drei erhalten geblieben. An der Nordseite symbolisiert die Auferweckung des Lazarus das Bußsakrament, an der Südseite die Grablegung Christi die heilige Kommunion. Das Deckengemälde stellt den „Triumph der katholischen Kirche“ nach dem Original des Münchner Malers Karl Baumeister dar. Es baut sich in mehreren Ebenen auf. Ganz unten und am Rande erblickt man die Apostel Andreas und Evangelist Johannesstürmischen Meereswogen des Un-und Irrglaubens, der Sünden und Laster, symbolisiert durch die Gift speienden Schlangen, durch Mohammed und Martin Luther. Menschen suchen  am rettenden Ufer Halt. Eine Stufe höher zeugen die Sakramente  vom heilbringenden Wirken der Kirche. Darüber thront der Papst inmitten der Bischöfe, Priester und Gläubigen. Über das Ganze breitet die heiligste Dreifaltigkeit ihre schützende Hand. Gottvater hält das Kreuz, über dem der Heilige Geist in Form einer Taube schwebt. Zu beiden Seiten singen die Chöre der Engel. Die vier Evangelisten sind durch ihre Attribute vertreten. Am Fuß des Kreuzes kniet Maria, ihr gegenüber Johannes der Täufer, hinter ihnen verharren die Heiligen in Anbetung.  Im Zeitalter der Ökumene erscheinen uns Titel und Teile des Gemäldes provokant. Andererseits zeugt dieses Bild vom Selbstverständnis der katholischen Kirche im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Der Baldachin

Chor mit Baldachin, Sakramentstele und TaufsteinEinschneidend veränderte sich das Bild des Hochaltars. Das Zweite Vatikanische Konzil empfahl die Trennung des Tabernakels vom Zelebrationsaltar. Um dieses Ziel zu erreichen, opferte man die Einheit von Hochaltar und Baldachin. Tabernakel und Predella wurden zur Sakramentstele umfunktioniert, die Mensa zum Volksaltar bestimmt.

Baldachin und Hochaltar, entworfen vom Münchner Architekten Josef Anton Müller, wurden 1876 aufgestellt. Der Oberbau des Baldachins oder Ziboriums wird von vier Säulen getragen. Zwischen je zwei Säulen öffnet sich eine halbkreisförmige Wölbung, die in einen Dreiecksgiebel übergeht. In den Giebelfeldern sind die drei göttlichen Tugenden dargestellt: im westlichen die Liebe mit dem Herz Jesu und den Kirchenpatronen Laurentius und Katharina: „VENITE AD ME OMNES, QUI LABORATIS ET ONERATI ESTIS, ET EGO REFICIAM VOS. MATTH. 11,28 (Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid), im nördlichen der Glaube mit den griechischen Buchstaben Α (Alpha) und Ω (Omega) und der Inschrift „QUI CREDIT IN IPSUM, NON PEREAT, SED HABEAT VITAM AETERNAM. JOH. 3, 15“ (Wer an ihn glaubt, wird nicht untergehen, sondern das ewige Leben haben); im südlichen die Hoffnung mit dem Anker und der Inschrift „BONUS EST DOMINUS SPERANTIBUS IN EUM, ANIMAE QUAERENTI ILLUM. THREN. 3, 25 (Gütig ist der Herr denen, die auf ihn hoffen und der Seele, die ihn sucht); das östliche Giebelfeld wurde erst 1989 – 1992 in die heutige Form gebracht. Das Hauptbild mit dem Brandenburger Tor wie auch die Inschrift am Bogen erinnert an den Fall der Berliner Mauer: „ES BERSTEN DIE BERGE, DIE FELSWÄNDE STÜRZEN EIN UND ALLE MAUERN FALLEN ZU BODEN. EZ: 38/20. Zu sehen ist Gebhard Läßer, der sich um die Kirchensanierung verdient gemacht hat, das Dorf Sulzberg und ein Dorf in Polen, eine Referenz an das Ehepaar Boruszczak.

Das östliche Giebelfeld

 

 

Am vorderen Giebelfeld erinnert die Statue des hl. Gallus an den ersten Glaubensboten in unserer Gegend, die Statue des hl. Kassian an die einstige Zugehörigkeit Sulzbergs zur Diözese Brixen von 1818 bis 1921.

Am blauen, sternenübersäten Gewölbe des Baldachins deuten vier Cherubime wohl auf die Apokalypse 7, 1 hin, wo es heißt „ Nach diesem sah ich vier Engel an den vier Ecken der Erde; die hielten die vier Winde der Erde, damit sie nicht bliesen.“

Dieses Gewölbe ging in eine blaue Wand über, die sich hinter dem Tabernakel herabzog. So  wurde versinnbildlicht, dass sich der Himmel in der Eucharistie auf die Erde herabgelassen hat. Der Tabernakel war von einem goldenen Strahlenkranz und neun Engelsköpfchen umrahmt. Diese symbolisierten die neun Chöre der Engel in der Apokalypse 7, 11 „Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier Tiere, und sie fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht nieder und beteten Gott an.“

Deckenfresko: Triumph der katholischen Kirche

Am Hochaltar wirkten die Münchner Maler und Bildhauer Karl Baumeister, Josef Glatz, Josef Kopp, Josef  Dresel, Peter Sprenger und Herr Schneller mit.

Die Sakramentstele

Auf einem Sockel erhebt sich die dreiteilige Sakramentstele. Im unteren Teil wird sie von den Reliefs der Predella vom alten Hochaltar ummantelt. Vorne: Unter einem Berg, auf dem ein Lamm ruht, entspringt eine Quelle, aus der zwei Hirsche trinken. Zum Baum des Lebens fliegen Vögel. Links: Eine eherne Schlange umschlingt ein Kreuz und am Fuße eines anderen Kreuzes labt sich ein Pfau am Blut, das aus den Öffnungen der Nägel in einen Kelch träufelt. Hinten: Eine Rebe windet sich zwischen Ähren um den Kreuzesstamm, auf dem zweiten Relief sieht man einen hohen Opfertisch mit Broten, Kelch und Fisch, zu seinen Füßen zwei Brotkörbe. Da die Sakramentstele vier Seiten hat und die Predella nur sechs Reliefs zählte, schnitzte Franz Schweighofer, Sulzberg, für die rechte Seite zwei Reliefs: die Arche Noah und die Taube mit Ölzweig. Diese versinnbildlichen den Frieden, die anderen das heilige Messopfer und die heilige Kommunion.

Die Mitte der Stele nimmt der Tabernakel ein, dessen Türen innen mit betenden Engeln geschmückt sind. Über dem Tabernakel baut sich nach dem Vorbild des großen Baldachins ein zweiter, kleiner Baldachin mit Kreuz auf. Hier wurde das Allerheiligste in der Monstranz ausgesetzt. Inschriften in den Rundbögen weisen auf die Gegenwart Christi in der Eucharistie hin: Vorne „ECCE TABERNACULUM DEI CUM HOMINIBUS. APOC: XXI“ (Hier ist das Zelt Gottes unter den Menschen); links „VERE DOMINUS EST IN LOCO ISTO. GEN: XXVIII“ (Wahrhaftig an diesem Ort ist Gott); rechts DOMINE, DILEXI LOCUM HABITATIONIS GLORIAE TUAE. PSALM XXV (Herr, ich liebe den Ort, wo du thronst in deiner Herrlichkeit). Die Rückseite kam neu dazu:  „MEINE FREUDE IST ES BEI DEN MENSCHEN ZU SEIN SPR: 8 – 31b“. Über der Vierung erhebt sich ein weiterer kleiner Baldachin mit Kreuz.

 

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Fronleichnam
In jener Zeit sprach Jesus
zu der Menge: 
Ich bin das lebendige Brot,  
das vom Himmel herabgekommen ist.
 
Wer von diesem Brot isst,  
wird in Ewigkeit leben. 

Das Brot, das ich geben werde,
ist mein Fleisch, 
ich gebe es hin
für das Leben der Welt.

Joh 6,51
 
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